Bargeld verwahren: Braucht man einen Safe?

Wo ist mein Bargeld sicher verwahrt?

Mein Geld

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© Unsplash/ Jason Dent

Auch in Österreich wird immer digitaler bezahlt, trotzdem hat man meist Bargeld zu Hause. Wann lohnt sich eine Investition in einen Safe oder ein Bankschließfach?

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Nur 30 Minuten lang hielten sich zwei Männer in Baden im vergangenen Dezember im Tresorraum einer Bankfiliale auf. Sie gaben vor, Wertsachen in ihren Schließfächern verstauen zu wollen – als sie allein gelassen wurden, brachen sie jedoch mehrere Safes auf und steckten sich den Inhalt in die eigene Tasche.

Bislang konnten die Täter noch nicht ausgeforscht werden. Aber lohnt es sich dennoch, ein Schließfach in einem vermeintlich sicheren Tresorraum zu besitzen? Grundsätzlich gilt das eigene Zuhause durchaus als ein Ort der Sicherheit, aber die Österreicher:innen bewahren kaum noch Bargeld in den eigenen vier Wänden auf.

Bargeld zuhause verwahren

Eine Studie, durchgeführt von Global Payment und der Erste Bank, ergab, dass nur rund 30 Prozent der heimischen Bevölkerung mehr als 200 Euro zu Hause aufbewahren. Beliebte Verstecke sind dabei nach wie vor unter der Matratze, in der Keksdose oder zwischen Büchern im Regal.

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, die Geldscheine sind damit rund um die Uhr verfügbar. Problematisch wird es erst bei einem Einbruch – oder einem Brand. Wenn es sich nur um Bargeld handelt, hilft die Versicherung. Wenn aber auch Erbstücke oder Ähnliches betroffen sind, kann der emotionale Wert nur selten ersetzt werden.

Die Grenzen der finanziellen Entschädigung sind bei einem Einbruchsdiebstahl bei den einzelnen Versicherungsprodukten durchaus sehr unterschiedlich. Je nachdem, wie das Geld aufbewahrt wird: Es macht einen Unterschied, ob es offen im Raum lag, in einem Möbelstück versteckt war oder gar in einem Safe lagerte.

Vor allem bei hohen Geldsummen verlangen Versicherungen oft den Einbau und die Nutzung von fest installierten Tresoren oder die Zahlung von erheblichen Versicherungsprämien. Noch ein Risiko bei der Aufbewahrung von Bargeld in den eigenen vier Wänden: Gut versteckte Bargeldsummen und Wertgegenstände können nach dem Tod ihrer Besitzer:innen nicht mehr auffindbar sein.

Wofür die Schließfächer genutzt werden, bleibt das Geheimnis der Kund:innen.

Susanne Bickel, „Die Presse“-Finanzexpertin

Warteliste für Safes

Angesichts solcher Risiken leisten sich Menschen dann doch gern ein Bankschließfach, um die wichtigsten Dinge des eigenen Lebens an einem sicheren Ort und hinter dicken Tresorwänden zu verwahren. Schließfächer sind so beliebt, dass es in einigen Bankfilialen sogar Wartelisten und Absagen gibt.

Wofür die Schließfächer genutzt werden, bleibt das Geheimnis der Kund:innen. Die Banken haben weder einen Schlüssel dazu, noch eine Auflistung der Gegenstände darin. Verwahrt werden darf alles Mögliche, ausgenommen verderbliche und gefährliche Dinge oder Illegales.

In der Regel gilt: Je größer die Fächer sind, desto mehr kosten sie. Die Preise unterscheiden sich zudem von Institut zu Institut und sind auch von der Absicherung des Inhalts abhängig. Bei der Raiffeisenbank Niederösterreich-Wien liegt der Preis für die kleinste Größe (sechs Kubikdezimeter) etwa bei rund 37 Euro, für die größte Größe (mehr als 50 Kubikdezimeter) fallen rund 122 Euro jährlich an.

Für besonders wertvolle Inhalte gibt es auch separate Bankfachinhaltsversicherungen. Die Banken bieten ihren Kund:innen abseits der Safes auch noch Sparbuchschließfächer an, die für weitaus weniger (Raiffeisenbank NÖ-Wien: 28 Euro pro Jahr) zu haben sind. Im Sparbuchschließfach einer Bank dürfen nur die Sparbücher des eigenen Kreditinstitutes aufbewahrt werden.

Da die Banken nicht wissen, was in den Schließfächern aufbewahrt wird, sollte eine eigene Liste oder Fotos (mit
Vermerk des Datums) angefertigt werden. Bei einem allfälligen Einbruch kann das durchaus helfen.

Zugriff zwischen 9 und 17 Uhr?

Der Vorteil des Banksafes: Es fallen keine Anschaffungskosten wie beim Einbau eines Safes zu Hause an. Zudem fällt die Angst vor Einbrüchen weg. Das Bankschließfach hat allerdings den Nachteil, dass man auf seine Wertsachen nicht jederzeit zugreifen kann – in der Regel nur zu regulären Banköffnungszeiten.

Bei der Steiermärkischen Sparkasse hingegen gibt es bereits eine eigene SB-Safeanlage. Damit haben die Kund:innen rund um die Uhr Zutritt und mittels mehrstufigem Identifikationsverfahren per Karte, Fingerabdruck, PIN-Code und Schlüssel bleibt es auch nur bei den Kund:innen. Dafür sind auch die Kosten höher: Der Preis für die kleinste Größe (vier Kubikdezimeter) liegt bei rund 69 Euro, für die größte Größe (20 Kubikdezimeter) fallen rund 158 Euro jährlich an.

Doch was geschieht, wenn eine Bank in den Konkurs schlittert?

Der Safeinhalt zählt nicht zur Konkursmasse und bleibt im Eigentum des Kund:innen. Wann genau man auf diesen Inhalt zugreifen kann, ist dann in Absprache mit dem:der Insolvenzverwalter:in zu klären. Insolvenzverfahren sind bei Banken aber zumindest hierzulande eher selten.

Häufiger passieren jedoch einzelne Filialschließungen. Sollte die Filiale, bei der der Safe hinterlegt ist, geschlossen werden, wird der Inhalt dem Kund:innen wieder übergeben.

Bargeldobergrenze?

Mit Blick aufs Bargeld muss demnächst auch eine Obergrenze beachtet werden: Künftig dürfen EU-Bürger:innen europaweit nur noch maximal 10.000 Euro in bar bezahlen. Das Ziel klingt hehr: Schlupflöcher in nationalen Gesetzen gegen die Geldwäsche sollen damit gestopft werden. Aber wäre ein Limit tatsächlich ohne Folgen im Alltag?

Die Regelung ist vor allem in Österreich umstritten, es ist eines der wenigen EU-Länder, die bislang noch keine Obergrenze gehabt haben. In Frankreich und Spanien etwa gilt bereits eine gesetzliche Obergrenze in Höhe von 1000 Euro, in Belgien und den Niederlanden liegt sie bei 3000 Euro. In 18 von 27 Mitgliedstaaten gab es schon vor dem Beschluss eine Obergrenze.

Informationen im Überblick

Absolut sichere Orte für die eigenen Wertsachen sind schwer zu bestimmen. Idealerweise werden die Aufbewahrungsorte verteilt und nicht vergessen. Je wertvoller ein Gegenstand ist, umso eher lohnt sich auch eine spezielle Versicherung dafür. Auch wenn diese bei einem etwaigen Verlust den emotionalen Wert für die Besitzer:innen nicht ersetzen kann.

  • BANKSCHLIESSFACH:
    Dort darf fast alles aufbewahrt werden. Sowohl Schmuck als auch Edelmetalle, Ausweise, Urkunden oder Verfügungen sind sicher aufbewahrt. Verboten hingegen sind Waffen, Munition oder Lebewesen.
  • EINLAGENSICHERUNG:
    Die gesetzliche Einlagensicherung schützt das Geld von Bankkunden im Falle einer Pleite des Geldinstituts. Gesichert werden Guthaben pro Geldinstitut und Kund:in in einer Höhe von bis zu 100.000 Euro.
  • BARGELDOBERGRENZE:
    EU-Bürger:innen dürfen europaweit nur noch maximal 10.000 Euro in bar bezahlen. Dabei geht es um den Kampf gegen die Geldwäsche. Kritiker:innen sehen darin eine schrittweise Abschaffung der Münzen und Scheine.

Text von Susanne Bickel, Finanzexpertin in Kooperation mit „Die Presse“. Mehr zum Thema „Börsengang“ und Finanzen im Podcast unter:  diepresse.com/podcast

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