Porträt von Jella Haase, mit ihren Händen auf den Seiten ihres Gesichts

Hinter Lippenstift und Lidschatten – Jella Haase im Gespräch

Von Natürlichkeit, Schönheitsdruck und innerer Schönheit

5 Min.

© Camilla Armbrust

Man kennt sie laut, überdreht und mit jeder Menge Attitude. Ob als chaotische Problemschülerin Chantal oder als eiskalte Spitzenagentin Kleo – Jella Haase ist ein wahres Chamäleon in der Filmszene. Doch wer steckt hinter dem blauen Lidschatten und den schrillen Sprüchen? Der Schauspielerin geht es im echten Leben nämlich vor allem um eines: Natürlichkeit. Seit Herbst letzten Jahres ist Jella Haase Markenbotschafterin von lavera. Was sie daran besonders überzeugt: „Dass lavera nicht einfach nur ‚natürlich‘ draufschreibt, sondern das auch wirklich meint.“ Im Gespräch verrät sie uns, was natürliche Schönheit für sie bedeutet und wie sich ihr Blick darauf verändert hat.

Interview mit Jella Haase

Woran arbeitest du aktuell und was darfst du uns schon darüber verraten?

Jella Haase: Ich arbeite momentan an einer Serie, die Dreharbeiten starten im Oktober. Es wird historisch.

Bist du eher jemand, die Rollen schnell wieder abschüttelt – oder nimmst du viel mit nach Hause?

Nach jedem Drehtag bin ich glücklich wieder Jella zu sein. Trotzdem ist es so, dass es manchmal ein Echo gibt von den erlebten Emotionen. Es kommt vor, dass ich dann überlegen muss, ob eine Emotion meine eigene ist oder noch ein Nachhall dessen, was wir gespielt haben.

Nach welchen Kriterien entscheidet du heute, ob du ein Projekt annimmst?

Ob es ein gutes Drehbuch ist und die Rolle und die Regie mich interessieren. Ich entwickle ziemlich schnell ein Bauchgefühl zu einem Projekt.

Du hast in deiner beruflichen Karriere bereits viele verschiedene Rollen gespielt. Gibt es eine Rolle oder ein Genre, das du unbedingt noch ausprobieren möchtest?

Ich möchte gerne weiterhin Kino machen und wünsche mir gute Geschichten zu erzählen. Das Genre spielt dabei wirklich weniger Relevanz als die Rolle.

Viele verbinden dich bis heute stark mit der Rolle der Chantal aus Fack ju Göhte. Inwiefern konntest du dich mit dieser Figur identifizieren?

Chantal hat eine Direktheit und eine Art Unbekümmertheit, die ich sehr mag. Sie ist nicht perfekt, sie ist laut, sie ist manchmal völlig übergeschnappt, das hat mich an ihr immer fasziniert und deshalb hatte ich auch so großen Spaß sie zu spielen. Und ganz ehrlich: Diese Unverwechselbarkeit, dieses Nicht-angepasst-Sein – das finde ich ziemlich sympathisch und davon kann ich mir manchmal auch eine Scheibe abschneiden.

Jella Haase steht auf einer Wiese
© Camilla Armbrust

„Natürliche Schönheit“ ist ein Begriff, der oft verwendet wird. Was bedeutet er für dich persönlich?

Wenn ich für das gesehen und geliebt werde, für den Menschen der ich bin. Das klingt vielleicht simpel, aber für mich hat das wirklich nichts mit Äußerlichkeiten zu tun. Natürlichkeit kommt von innen und hat weniger mit dem Aussehen zu tun – und mehr damit, wie ich auf Menschen zugehe.

Inwiefern hat sich dein Blick auf Schönheit, Pflege und Konsum im Laufe deiner Karriere verändert?

Ich habe gelernt, dass es darauf ankommt, wie ich mit mir umgehe. Dass die beste Pflege nichts nützt, wenn ich nicht gut zu mir bin – wenn ich mich schlecht ernähre, keinen Schlaf bekomme, Stress nicht reguliere. In meinen Zwanzigern war mir das alles noch ziemlich egal. Ich musste erst realisieren, dass ich eine sensitive Haut habe – mit Hang zur Rosazea. Als mein Job stressiger wurde und meine Haut darauf extrem reagiert hat, musste ich dann doch genauer hinhören. Seitdem schaue ich sehr bewusst, was ich mir ins Gesicht und in den Körper tue.

Achtest du bei Hautpflege eher auf schnelle Effekte oder auf langfristiges Wohlbefinden?

Definitiv auf langfristiges Wohlbefinden – auch wenn ich zugebe, dass ich früher oft das Gegenteil gemacht habe. Meine Skincare ist bewusster geworden: Der Ansatz, Hautalterung aufzuhalten, bevor sie überhaupt sichtbar wird, leuchtet mir einfach ein. Für mich geht es beim Thema Hautalterung nicht darum, möglichst jung auszusehen – sondern darum, dass sich meine Haut langfristig gesund anfühlt. Das ist kein Kampf gegen das Alter, sondern eine Art Fürsorge.

Wir verbringen so viel Zeit damit uns minderwertig zu fühlen, dabei ist das Leben doch so wunderschön.

Jella Haase

Du bist in deinem Alltag oft unterwegs. Gibt es etwas in deiner Beauty-Routine, das überall hin mitkommt?

Feuchtigkeitspflege. Ich glaube, ich gehe nie aus dem Haus, ohne mein Gesicht eingecremt zu haben. Und Sonnenschutz – das ist für mich absolut nicht verhandelbar, deshalb liebe ich die Skin Longevity Tagespflege mit LSF 15 von lavera. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Meine Haut dankt mir das.

In welchen Bereichen deines Alltags achtest du besonders auf Nachhaltigkeit – und wo fällt es dir noch schwer?

Was Pflege und Konsum betrifft, bin ich mittlerweile sehr bewusst. Keine Silikone, keine Mineralöle, keine künstlichen Konservierungsstoffe – das möchte ich schlicht nicht auf meiner Haut und nicht im Naturkreislauf haben. Wo es mir schwerer fällt? Beim Fliegen, ehrlich gesagt. Der Job bringt das oft mit sich. Das ist so ein Bereich, wo ich weiß, dass ich noch besser werden kann – und will, obwohl ich deutschlandweit schon auf die Deutsche Bahn umgestiegen bin.

Was würdest du jungen Frauen mitgeben, die sich unter Druck gesetzt fühlen, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen?

Ich finde es wichtig, transparent zu machen, was oft hinter „makellosen Gesichtern“ steckt – ob in Hollywood oder auf Instagram. Wenn verschwiegen wird, dass kosmetische Eingriffe durchgeführt wurden, dann ist das kein fairer Umgang mit jungen Frauen, die sich damit vergleichen. Wir eifern oft einem Ideal hinterher, das überhaupt nicht in Relation zu „normalen“ Gesichtern steht. Ich glaube das müssen wir uns immer wieder klar machen. Das würde ich gerne jungen Frauen mitgeben und auch selbst verinnerlichen: Wir verbringen so viel Zeit damit uns minderwertig zu fühlen, dabei ist das Leben doch so wunderschön.

Was hilft dir nach einem stressigen Tag runterzukommen?

Abschminken. Das hat für mich fast etwas Meditatives. Dann die Haut richtig schön eincremen, Tee kochen, Buch lesen. Oder in die Badewanne. Und – der ultimative Tipp, den ich wirklich ernst meine: Handy aus. Das hilft mehr als jedes Wellness-Programm.

Abo

Immer TOP informiert: Mit dem Print-Abo der STEIRERIN – ob als Geschenk, oder für dich selbst!

×