Wecker-Moderatorin Anna Kratki über Karriere mit Kind
Ihren größten Karriereschritt machte die Moderatorin genau zu dem Zeitpunkt, wo viele glauben, kürzertreten zu müssen: direkt nach der Karenz.
Anna Kratki weckt die Hörerinnen und Hörer von Ö3 seit September 2025 gemeinsam mit ihrem oberösterreichischen Kollegen Philipp Bergsmann auf. © Ö3/Roman Pfeiffer
Frühmorgens, wenn Österreich langsam die Augen öffnet, ist sie längst wach: Anna Kratki. Um 2:50 Uhr beginnt ihr Tag – wenige Stunden später begleitet sie rund 1,6 Millionen Menschen durch den Morgen. Seit September 2025 steht die gebürtige Welserin im Ö3-Wecker am Mikrofon und damit an einem der begehrtesten Plätze der heimischen Radiolandschaft.
Moderatorin und Profitänzerin.
Vielen ist sie noch unter ihrem früheren Namen Anna Illenberger bekannt. Bevor die studierte Publizistin in die Medien wechselte, stand sie in jungen Jahren als Profitänzerin im Rampenlicht. Es folgten Stationen im Radio, Fernsehen und Eventbereich, unter anderem als Musikjournalistin und Moderatorin bei Deluxe Music in Deutschland sowie als Redakteurin für ORF III-Dokumentationen.
Zwischen Studio und Kinderzimmer
Heute ist Anna Kratki nicht nur eine der Stimmen im meistgehörten Radioprogramm des Landes, sondern auch Mama einer kleinen Tochter und Ehefrau des TV-Moderators Alexander Kratki. Ein Leben zwischen Studio und Kinderzimmer, zwischen Live-Sendung und Familienalltag. Kein klassisches Karrieremodell, sondern eines, das Mut macht.

Anna, wie bist du zum Ö3-Wecker gekommen? Hast du dich beworben?
Nein, ich wurde angerufen. Am Anfang war das ein vorsichtiges Herantasten. Hitradio Ö3 ist immer auf der Suche nach spannenden Persönlichkeiten und hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, zu moderieren. Der Ö3-Wecker war zu diesem Zeitpunkt überhaupt kein Thema.
Wie hast du darauf reagiert, als tatsächlich der Ö3-Wecker im Raum stand?
Ich dachte mir zuerst: Was, die wollen mich? Ich war ja noch in Karenz. Natürlich habe ich viel darüber nachgedacht, auch gemeinsam mit meinem Mann. Wir haben sogar eine Pro- und Contra-Liste gemacht – vor allem wegen unserer familiären Situation. Aber tief drinnen war mir von Anfang an klar: Ich will das machen. Ich habe auf mein Bauchgefühl gehört, und das war genau richtig.
Ich dachte mir zuerst: Was, die wollen mich? Ich war ja noch in Karenz.
Anna Kratki, als Hitradio Ö3 bei ihr angefragt hat
Gab es Zweifel, ob sich das mit einem Kleinkind vereinbaren lässt?
Ja, definitiv. Auch Zweifel, ob ich den Erwartungen gerecht werde. Ich bin sehr perfektionistisch und will mir ständig beweisen, dass ich es schaffe. Lustig ist, dass ich schon vor fünf Jahren in einem Interview mit dir gesagt habe, ich hätte das abgelegt. Aber natürlich denkt man sich insgeheim: Da geht noch mehr. Gleichzeitig habe ich gelernt, den Druck ein Stück weit rauszunehmen. Es ist einfach schön, dass sich alles so gut entwickelt hat, weil ich meinen Job wirklich liebe.

Wie sieht dein Alltag beim Ö3-Wecker aus?
Mein Wecker läutet um 2:50 Uhr, dann fahre ich ins Studio und ich beginne mit der Vorbereitung. Der Fahrplan für die Sendung steht zwar, aber wir müssen die Inhalte genau kennen, um gut moderieren zu können. Von 5 bis 9 Uhr sind wir on Air. Danach gibt es Meetings, in denen wir die Sendung analysieren und den nächsten Tag planen. Oft folgen danach noch Aufzeichnungen.
Du moderierst den Ö3-Wecker einmal im Monat eine Woche lang gemeinsam mit Philipp Bergsmann, ebenfalls ein Oberösterreicher. In welchen Sendungen hört man dich noch?
Außerhalb des Ö3-Weckers moderiere ich Vormittagssendungen auf Hitradio Ö3. Am Nachmittag bin ich dann zu Hause bei meiner Tochter, was optimal ist. Sie wacht vom Mittagsschläfchen auf, und die Mama ist bis zum Schlafengehen am Abend bei ihr.
Dein Mann, Alexander Kratki, ist TV-Moderator und sicher auch ziemlich eingespannt. Rund um die Oscar-Verleihung war er in Los Angeles. Wie managst du da deinen Job mit deiner kleinen Tochter?
Als Alex in Los Angeles war, habe ich mir schon im Vorfeld freigenommen, um für Sophia da zu sein. Grundsätzlich lassen sich unsere beiden Jobs gut vereinbaren. Alex moderiert neben der Frühsendung bei Café Puls auch die ATV-Abendsendung „Treffpunkt Österreich“. Wir „klatschen uns“ da meistens ab – wenn ich nach Hause komme, fährt er zur Arbeit. So ist immer jemand von uns bei Sophia. Schwieriger wird es, wenn wir beide Frühdienst haben. Anfangs dachten wir, das wird nie passieren, aber im Endeffekt war das schon in der ersten Woche der Fall. Da ist meine Mama aus Oberösterreich gekommen. Wir haben großes Glück, dass beide Omas, also auch die Mama von Alex, aushelfen.
Als Mama ist man Schlafentzug gewohnt, die Herausforderung ist dann eher, untertags durchzuhalten.
Anna Kratki
Deine Tochter wird im August zwei? Spielt sie gut mit im Alltag?
Sophia ist grundsätzlich unkompliziert, aber sie ist keine gute Schläferin. Es gibt Nächte, da ist sie viel wach, und es kommt vor, dass sie bei uns im Bett herumturnt. Als Mama ist man Schlafentzug gewohnt, die Herausforderung ist dann eher, untertags durchzuhalten.
Dein Mann und du – ihr seid beide in der Medienbranche. Wie wirkt sich das auf euer Privatleben aus?
Wir haben sehr viel Verständnis füreinander und unterstützen uns gegenseitig. Es gibt keinen Neid, wir sind ein Team. Ich würde nie wollen, dass er einen Job wie die Oscars nicht macht, weil wir ein Kind haben, und umgekehrt ist das genauso der Fall.
Auf Instagram hast du 23,4 Tausend Follower. Du gibst auch im Ö3-Wecker private Einblicke in dein Leben und deine Familie. Gibt es etwas, wo du eine Grenze ziehst?
Wenn wir am Wochenende bei unseren Familien sind, poste ich kaum etwas, da möchte ich die Zeit einfach genießen. Grundsätzlich macht es mir Spaß, es ist ein Hobby, und ich muss nicht davon leben. Deshalb ist es auch völlig in Ordnung, wenn ich einmal zwei Tage nichts poste. Wichtig ist mir, authentisch zu sein. Die Leute sollen sehen, dass ich wie jede andere Mama bin und die gleichen Herausforderungen habe. Eine klare Grenze haben wir dennoch gezogen: Sophia zeigen wir nicht – und wenn, dann nur ausschnittweise, ohne ihr Gesicht.
Der Muttertag steht vor der Tür, du hast ein sehr enges Verhältnis zu deiner Mama. Hat sich dein Blick auf sie verändert, seit du selbst Mutter bist?
Ich hatte schon immer großen Respekt vor meiner Mama, und der ist noch größer geworden, genauso wie der Respekt vor allen Mamas. Denn es ist ein echter Fulltime-Job. Meine Mama hat das neben unserem Geschäft mit so viel Herzblut gemeistert. Ich bin unglaublich dankbar, so eine tolle Mama zu haben. Sie ist eine echte Löwenmama.

Wie feierst du den Muttertag? Gibt es da schon Pläne?
Ehrlich gesagt denke ich beim Muttertag automatisch zuerst an meine Mama und an meine Schwiegermama. Ich habe noch gar nicht daran gedacht, dass ich eigentlich auch gefeiert werden könnte (lacht).
Man lebt nur einmal, und deshalb sollte man seine Träume auch leben.
Anna Kratki
Du zeigst, dass Karriere und Mama-Sein funktionieren. Was möchtest du anderen Müttern mitgeben, die einen Traumjob angeboten bekommen?
Unbedingt machen und auf das Bauchgefühl hören. Natürlich muss auch der Partner mitziehen, aber es ist einfach schön zu sehen, dass Karriere und Mama-Sein funktionieren können. Dass ich dabei ein Rolemodel sein darf, macht mich stolz. Klar, es braucht viel Organisation, und es ist manchmal anstrengend. Aber mein Herz schlägt für das Mama-Sein genauso wie für meinen Beruf. Mein Job beflügelt mich, und wenn ich nach Hause komme, habe ich viel Energie für meine Tochter. Wenn sich also eine Chance ergibt, dann packt sie und springt auch mal ins kalte Wasser! Man lebt nur einmal, und deshalb sollte man seine Träume auch leben.
Drei Worte, die dich als Mama beschreiben?
Lustig, liebevoll und cool.
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