© Marija Kanizaj
Zwischen Keksbrösel und Neuanfängen
Es gibt zwei Arten von Menschen im Dezember. Die einen sind wie gut durchdachte Instagram-Feeds: perfekt arrangiert, mit liebevoll verpackten Geschenken (inklusive Trockenblumen auf der Schleife!) und einem Terminkalender, der sogar einen „Tag der Besinnlichkeit“ vorsieht. Und dann gibt es die, die am 24. morgens noch auf der Suche nach Geschenkpapier sind, obwohl sie schon vor Jahren beschlossen hatten, diesmal wirklich keine Last-Minute-Geschenke mehr zu kaufen. Zu den Letzteren zähle ich.
Da haben auch die vielen guten Vorsätze aus dem Vorjahr, endlich organisierter zur werden, nichts geholfen. Doch, Hand aufs Herz, es geht im Leben nicht um Perfektion, sondern darum, sich trotz aller To-do-Listen Zeit zu nehmen. Für ein Glas Wein mit der besten Freundin, für die dritte Runde Kekse – Kalorien zählen ja im Dezember bekanntlich nicht – und für die Erkenntnis, dass auch ein nicht perfekt durchgestyltes Fest charmant sein kann. Zwischen dem halb geschmückten Baum (die zur Wand gedrehte Seite bleibt doch bei jedem leer, oder?) und der dritten Runde Raclette am zweiten Feiertag wird uns klar, dass die besten Momente oft die unperfekten sind.
„Es ist okay, wenn doch mal ein Schokoriegel zu viel und ein Vorsatz zu wenig umgesetzt wird.“
Anstatt nach nicht zu erreichendem Perfektionismus zu streben, sollten wir unsere kostbare Zeit lieber anders nutzen. Zum Beispiel, um dankbar zu sein. Dankbar für die lieben Menschen daheim, auch wenn sie einen manchmal viele Nerven kosten. Dankbar für die liebsten Kolleg:innen, die man sich vorstellen kann (die sieht man übrigens auch auf Seite 8/9 in diesem Magazin). Dankbar für die kleinen Dinge, die uns oft viel zu selbstverständlich vorkommen. Vielleicht können wir uns zum Ziel setzen, 2025 einfach ein bisschen netter zu uns selbst zu sein. Nicht weil das gerade im Trend liegt, sondern weil es guttut. Und wenn dabei doch mal ein Schokoriegel zu viel oder ein Vorsatz zu wenig umgesetzt wird, ist das völlig in Ordnung.
In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest, einen stimmungsvollen Rutsch ins neue Jahr und mindestens einen Moment, der so richtig kitschig-schön ist – von der Sorte, bei der man kurz seufzt und denkt: „Ach, das Leben ist ja doch so schön.“
Wünsche, Anregungen, Ideen?
Schreiben Sie mir einfach: lissi.stoimaier@diesteirerin.at
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