© C.Meissnitzer Meissnitzer Band
Was 1996 als musikalische Unterstützung für Ski-Ass Alexandra Meissnitzer begann, entwickelte sich innerhalb von drei Jahrzehnten zu einer festen Größe der österreichischen Dialektmusik. Rund 1.500 Live-Auftritte, Gold- und Doppelplatin-Auszeichnungen sowie fast 200 Eigenkompositionen sprechen für sich. Im Interview blickt Frontfrau Christiane Meissnitzer-Gsenger auf die bewegte Geschichte der Meissnitzer Band zurück, erzählt von den größten Meilensteinen und verrät, warum sie ihrer musikalischen Linie bis heute treu geblieben ist.
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Wenn du auf die letzten 30 Jahre zurückblickst: Was war der Moment, in dem aus der „Meisi Musi“ wirklich die Meissnitzer Band geworden ist?
Unser erster Auftritt als „Meisi Musi“ war am 6. Jänner 1996 in Marburg in Slowenien. Wir haben im Zielraum für „Rambazamba“ gesorgt und Alex musikalisch mit voller Power ins Ziel gepusht. Bei sechs Weltmeisterschaften, zwei Olympischen Winterspielen und zudem unzähligen Weltcuprennen auf der ganzen Welt haben wir mit unserer „Meisi Musi“ so richtig Gas gegeben.
1999 erfolgte – parallel zu den Auftritten im alpinen Skiweltcup – die Weiterentwicklung zur Coverband für Hochzeiten, Ballveranstaltungen, Frühschoppen und Bierzelte. 2001 und 2002 entstanden dann die ersten eigenen Lieder, 2003 folgte mit „S’Leben is a Hit“ der erste Radiosong sowie die ersten großen TV-Sendungen. Parallel zur „Meisi Musi“ im Skiweltcup entstand 2003 außerdem eine eigenständige Formation – und damit begann die komplett eigene musikalische Reise der Meissnitzer Band.

Ihr habt ursprünglich nur für einen Skirennlauf gespielt – wann hast du gemerkt, dass daraus mehr als ein einmaliges Projekt wird?
Der Wille und der Wunsch, eine komplett eigene musikalische Spur zu ziehen, waren sehr bald da. Durch den ersten eigenen Radiosong und die ersten großen TV-Shows konnten wir schon früh auf uns und unsere Musik aufmerksam machen. Wir haben uns stetig weiterentwickelt, waren konsequent, fleißig und ausdauernd. Vor allem haben wir uns in unserem Tun nie verbiegen lassen. Ein harter Weg – aber wir können uns bis heute in den Spiegel schauen.
Der Salzburger Dialekt ist ein Markenzeichen eurer Songs. Was bedeutet dir diese sprachliche Nähe zur Heimat in deiner Musik?
Wir haben uns von Anfang an für unseren Salzburger Dialekt entschieden. Wir sind sehr heimatverbunden, lieben unseren Dialekt, unsere Traditionen und unsere Kultur und haben unseren Ursprung sowie unsere Lebensart schon früh in unseren Songs zum Ausdruck gebracht. Im Dialekt kann ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen und außerdem besonders bei schwierigen Themen vieles auf den Punkt bringen. Dialektmusik war damals allerdings nicht wirklich „angesagt“, weshalb es sehr herausfordernd war, mit unserer Musik die medialen Kanäle zu erreichen.
„Hoamat“ und „Hiatz“ waren große Erfolge. Erinnerst du dich noch daran, wie sich dieser landesweite Durchbruch angefühlt hat?
Einen eigenen Weg zu gehen, ist irrsinnig schwierig. Es gibt viele Herausforderungen und Hürden zu überwinden. Umso stolzer sind wir heute, dass wir unserer eigenständigen Musik treu geblieben sind, uns nicht haben verbiegen lassen und bis heute unsere große Leidenschaft ausleben dürfen.
Ihr bewegt euch stilistisch zwischen Volksmusik, Pop, Rock und Reggae. Wie entscheidet ihr, was „euer Sound“ ist – und was nicht?
Wir mischen gerne verschiedene musikalische Stile und sind zudem sehr experimentierfreudig. Das hält uns frisch, bleibt spannend und wird nie langweilig. Dieses Crossover ist typisch für uns. Auch inhaltlich sind wir sehr facettenreich. Wir sprechen mittlerweile vieles an: Es gibt uns lustig und laut, aber auch sehr tiefgründig und gesellschaftskritisch.

Das Projekt „Advent im Gebirg“ ist für viele Fans ein Highlight. Was macht dieses Konzertprogramm für dich persönlich so besonders?
2010 haben wir dieses für uns ganz besondere musikalische Projekt ins Leben gerufen. Wir wollten die traditionelle alpenländische Volksmusik mit modernen Elementen verbinden. Entgegen vieler kritischer Stimmen hat sich dieses Konzertprogramm sensationell entwickelt und glücklicherweise zu einer völlig eigenständigen, handgemachten und interessanten Facette der Meissnitzer Band entwickelt. Es ist unser Jahreshighlight!
Ihr habt auch eine Salzburger Landeshymne komponiert. Wie geht man an ein Werk heran, das eine ganze Region musikalisch repräsentieren soll?
Man muss ins eigene Herz hören und das herauskitzeln, was mich beziehungsweise uns an unserem Land so fasziniert. Es sind die vielen Emotionen, die unsere Heimat so besonders und wertvoll machen.
Ihr habt rund 1.500 Konzerte gespielt. Was hat sich am stärksten verändert: das Publikum, ihr selbst oder die Art, live Musik zu machen?
Die musikalische Qualität hat sich in den vergangenen 30 Jahren enorm weiterentwickelt. Auch die Kommunikation mit dem Publikum ist gereift, und wir lassen uns heute voll und ganz auf den Moment ein. Wir geben Einblicke in tiefe Emotionen sowie persönliche Erfahrungen und Geschichten. Unsere Lebenserfahrungen spiegeln sich in den Inhalten wider. Es beschäftigen uns heute ganz andere Themen als früher – und wir möchten Denkanstöße geben sowie die Musik als besonderes Sprachrohr nutzen.
Nach 30 Jahren Bandgeschichte: Gibt es einen musikalischen Wunsch oder ein Projekt, das du unbedingt noch verwirklichen möchtest?
Qualität statt Quantität. Wir möchten viele Menschen mit unseren Inhalten und kritischen Gedanken erreichen, zum Nachdenken anregen und hoffentlich noch lange diese ganz besondere Leidenschaft leben dürfen.
Wie würdest du dich beziehungsweise deinen Charakter in drei Wörtern beschreiben?
Sehr ehrgeizig, sehr ausdauernd und viel zu ehrlich.
Hast du ein Lebensmotto, das dich begleitet?
Dem Herrgott jeden Abend für das danken, was an diesem Tag gut war.
Mehr über die Autorin dieses Beitrags

Elisabeth Trauner ist Redakteurin bei Unser SALZBURG und mit Stift, Block und Herz immer zur Stelle, wenn Menschen spannende Geschichten zu erzählen haben. Sie hört Podcasts, braucht Krimis und True Crime-Dokus zum Einschlafen und probiert gerne neue Kochrezepte aus, die aber meistens komplett schief gehen.
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