#frausorgtvor: Portrait von Sonja Brandtmayer

#frausorgtvor: Warum der Partner keine Altersvorsorge ist

Frauen sind beim Thema Pension besonders benachteiligt – etwa durch Teilzeitarbeit, Erwerbspausen und niedrigere Einkommen. Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen, spricht im Interview über Vorsorgelücken und worauf speziell Frauen achten sollten.

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Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin Wiener Städtische Versicherung. © Lux und Lumen/Marlene Fröhlich

Die Wiener Städtische stellt das Thema Frauenvorsorge seit Längerem in den Fokus. Ziel der Kampagne #frausorgtvor ist es, neben einer verstärkten Bewusstseinsbildung auch konkrete Lösungsansätze für Frauen anzubieten. Das reicht von der Basisabsicherung mit einer prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge vor allem für Jüngere über Lösungen in der fondsgebundenen Lebensversicherung bis hin zu umfassenden Zusatzpaketen, etwa der Prämienübernahme durch die Wiener Städtische bei Geburt, Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit.

Interview zum Thema #frausorgtvor

Mit Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin Wiener Städtische Versicherung

Drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher glauben nicht mehr an eine ausreichende staatliche Pension. Wie erklären Sie diesen Befund?
Viele Menschen sehen, wie stark das staatliche Pensionssystem finanziell belastet ist. Der demografische Wandel, steigende Ausgaben und die anhaltende Diskussion über die Finanzierbarkeit der Pensionen führen dazu, dass das Vertrauen sinkt.

Laut Vorsorgestudie 2026 der Wiener Städtischen sind Frauen dem staatlichen Pensionssystem gegenüber besonders skeptisch?
Weil viele Frauen schon früh erkennen, dass sie in diesem System benachteiligt sind. Ein zentraler Grund dafür ist der Gender-Pay-Gap: Frauen verdienen in Österreich im Schnitt 11,6 Prozent weniger als Männer. Was zunächst „nur“ nach weniger Einkommen klingt, bedeutet später aber auch weniger staatliche Pension. Diese Erfahrung macht das Misstrauen greifbar und erklärt, warum private Vorsorge für viele Frauen zu einer Frage finanzieller Sicherheit und Selbstbestimmung wird.

Frauen zögern lange, bevor sie mit privater Vorsorge starten. Wie lässt sich diese Zurückhaltung erklären?
Viele Frauen stellen ihre eigenen finanziellen Bedürfnisse hintan. Sie kümmern sich um Familie, Beruf und Angehörige und gehen davon aus, dass für die private Vorsorge später noch Zeit ist oder dass der Partner für sie mit vorsorgt. Genau darin liegt aber ein Risiko: Biografien verlaufen nicht immer nach Plan. Trennungen, Scheidungen oder unerwartete Ereignisse können bestehende Sicherheiten rasch infrage stellen. Eine Partnerschaft ist vieles – eine verlässliche Altersvorsorge ist sie nicht. Deshalb ist finanzielle Unabhängigkeit gerade für Frauen auch so wichtig.

Was raten Sie Frauen abschließend, wenn es um ihre finanzielle Zukunft geht?
Sich nicht ausschließlich auf die staatliche Pension oder den Partner zu verlassen, sondern frühzeitig Verantwortung für die eigene Absicherung zu übernehmen. Private Vorsorge ist für Frauen kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wer sich rechtzeitig damit beschäftigt, gewinnt Planungssicherheit und finanzielle Unabhängigkeit – und genau das ist im Alter entscheidend.

Eventtipp:

STEIRERIN Talk am Mittwoch 22. April 2026 aus der Reihe #frausorgtvor
Frauen reden wir über: Vorsorge
mit:

  • „Investorella“ Larissa Kravitz
  • Hotelière Ulli Retter
  • Ölmüllerin Julia Fandler
  • Wiener Städtische Vorständin Doris Wendler 
  • Moderiert von Simone Koren-Wallis

Ort: Wiener Städtische Versicherung, 8010 Graz, Brockmanngasse 32

Anmeldung bis 15. April 2026 unter events@diesteirerin.at
Eintritt frei, begrenzte Teilnehmerzahl!

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