© Peter Melbinger
Lisbeth Duller, die Inhaberin des Spar-Markt Duller in Spielberg, hat es durch innovatives Denken geschafft, ihren Familienbetrieb im Lebensmittelhandel vor der Schließung zu bewahren.
Das kleine Geschäft mit 138 Quadratmetern ist schon seit Generationen in Familienbesitz. „Mein Uropa hat in den 1930er-Jahren den ersten Greißler am Standort gebaut“, er- zählt Lisbeth Duller. Ihr Großvater war Adeg-Kaufmann, bis er 1993 in Konkurs gehen musste. Dullers Mutter kaufte den Betrieb aus der Konkursmasse heraus und führte ihn bis 2005 weiter, bevor auch sie finanziell am Ende war. „Dann kam ich, voll motiviert und gelangweilt von meinen Bürojobs, mit gerade mal 25 Jahren“, erinnert sich Duller. Sie fand in Spar einen Partner: 2025 steht bereits das 20-jährige Firmenjubiläum an. Auch Dullers Oma, die bis 2022 voll mitgearbeitet hat, hilft heute mit 89 Jahren noch im Geschäft mit. Nachhaltigkeit ist Duller wichtig: „Wir versuchen, vermehrt mit regionalen Lieferant:innen zu arbeiten, um die Erhaltung von Kleinbetrieben in der Region zu fördern“.
Neue Ideen für den lebensmittelhandel.
Während der MotoGP und der Formel 1 am nahe gelegenen Red Bull Ring herrscht in Dullers Geschäft Ausnahmezustand. Aber von diesen Großveranstaltungen alleine könnte Duller nicht leben, Anfang 2009 musste sie fast Konkurs anmelden. „Wir liegen abseits und haben wenig Fläche. Keiner fährt zu uns, um seinen Wocheneinkauf zu tätigen.“ 2009 begann sie deshalb mit der Lieferung von Jause an Großbetriebe, was mittlerweile 50 Prozent des gesamten Umsatzes ausmacht. „Wir beliefern circa 25 Betriebe täglich mit Jause, alles online und bargeldlos bestellbar“, erklärt sie. In den Betrieben hat die Zustellung die Kantinen ersetzt. Knapp 300 Artikel können im Online-Shop von den Kund:innen ausgesucht werden, ob Wurstsemmeln, gesunde belegte Weckerl, Salate, Porridge oder Obst. „Wir richten pro Tag circa 600 individuelle Lunchpakete“ – und das alles unter dem klangvollen Namen „Jausenmaus“.
Klingender Name.
„Vor Jahren hat meine kleine Nichte in einem unserer Lieferautos eine Stoffmaus vergessen. Ein Kunde meinte daraufhin: ‚Die Jausenmaus ist da!‘. Das hat uns so gefallen, dass wir den Namen übernommen haben.“ Die Spar-Marketingabteilung kreierte daraufhin ein eigenes Logo. Aktuell beschäftigt Duller 13 Mitarbeiter:innen, davon einige Schüler:innen bzw. Studierende, die ausliefern. Die Zusammenarbeit und Belieferung von großen Betrieben durch einen kleinen Lebensmittelmarkt ist einzigartig in Österreich. Durch das Gehen neuer Wege konnte Duller ihren Betrieb retten, daher rät sie anderen Jungunternehmer:innen: „Wenn es nicht läuft – nicht den Kopf in den Sand stecken! Schauen, woran es liegt und dann das Problem angehen. Gegebenenfalls die Strategie oder das Geschäftsmodell an veränderte Situationen anpassen. Veränderung ist wichtig. Stillstand ist Rückschritt.
*In Kooperation mit WKO Der Lebensmittelhandel Steiermark
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