Touristin in traditionellem japanischem Kimono an der Yasaka-Pagode in Kyoto, Japan.

Die Goldene Route Japans – Ein Klassiker für Erstbesucher

Mit diesen Tipps kann der Japan-Urlaub kommen.

5 Min.

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Wer zum ersten Mal nach Japan reist, kommt an der sogenannten „Goldenen Route“ kaum vorbei. Diese Strecke führt durch die drei bekanntesten Städte des Landes – Tokio, Kyoto und Osaka – und verbindet auf faszinierende Weise Tradition und Moderne, Ruhe und Trubel, Tempel und Neonlicht. Jede dieser Städte hat ihren eigenen Charakter und bietet unvergessliche Eindrücke, die zusammen das Herz Japans offenbaren. Kein Wunder also, dass Japan seit Jahren zu den beliebtesten Reisezielen Asiens zählt – und auch 2026 wieder zu den angesagten Trend-Destinationen gehören wird. Das Land begeistert mit seiner perfekten Mischung aus Kultur, Kulinarik und futuristischer Faszination und zieht Reisende aus aller Welt in seinen Bann.

Tokio – Die pulsierende Hauptstadt der Kontraste

Tokio ist mehr als nur eine Großstadt – es ist ein Erlebnis. Mit über 14 Millionen Einwohnern allein im Stadtgebiet ist die Metropole ein faszinierender Schmelztiegel aus ultramoderner Technologie, historischen Vierteln und einer erstaunlichen Portion Natur.

Ein guter Ausgangspunkt für den ersten Tag ist Shibuya, das berühmte Viertel mit der weltbekannten Kreuzung, wo Hunderte Menschen gleichzeitig die Straße überqueren. Gleich in der Nähe steht die Statue von Hachiko, dem treuen Hund, der zum Symbol für Loyalität wurde. Weiter geht es ins benachbarte Harajuku, dem Mekka der Jugendkultur und Mode. Hier mischen sich schrille Outfits, kleine Boutiquen und trendige Cafés zu einer lebendigen Mischung, die man so nur in Japan findet.

Wer Tokios traditionellere Seite entdecken will, sollte Asakusa besuchen. Der dortige Sensō-ji-Tempel, der älteste und bedeutendste Tempel der Stadt, zieht Besucher mit seiner beeindruckenden roten Pagode und der Einkaufsstraße Nakamise-dori an, auf der man japanische Süßigkeiten, Fächer und Kimonos kaufen kann.

Auch kulinarisch ist Tokio ein Paradies. Ob Sterne-Restaurant oder Straßenimbiss – die Qualität ist fast immer außergewöhnlich. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch auf dem Toyosu-Fischmarkt, wo man fangfrisches Sushi direkt vom Meister genießen kann.

Für einen atemberaubenden Ausblick auf das Lichtermeer bietet sich am Abend der Tokyo Skytree oder der Tokyo Tower an. Und wer dem Großstadttrubel entfliehen möchte, findet im weitläufigen Shinjuku Gyoen National Garden oder im Meiji-Schrein mitten im Grünen Ruhe.

Tokio ist ein Ort der Extreme – laut und leise, futuristisch und altmodisch zugleich. Genau das macht den Reiz dieser Stadt aus.

Kyoto – Die Seele Japans

Wenn Tokio Japans Herzschlag ist, dann ist Kyoto seine Seele. Als ehemalige Kaiserstadt und kulturelles Zentrum des Landes ist Kyoto das Sinnbild der japanischen Tradition. Über 2.000 Tempel und Schreine, idyllische Gärten und jahrhundertealte Teehäuser machen die Stadt zu einem Paradies für Kulturinteressierte.

Ein absolutes Muss ist der Fushimi Inari-Taisha, bekannt für seine endlosen Reihen roter Torii-Tore, die sich den Berg hinaufschlängeln. Frühaufsteher werden mit einem nahezu menschenleeren Anblick belohnt – perfekt für ruhige Momente und eindrucksvolle Fotos.

Ebenso beeindruckend ist der Kinkaku-ji („Goldener Pavillon“), dessen obere Stockwerke mit Blattgold überzogen sind und sich majestätisch im angrenzenden Teich spiegeln. Der Tempel gehört zu den bekanntesten Motiven Japans und symbolisiert die Eleganz der alten Hauptstadt.

Ein Spaziergang durch das Gion-Viertel, das historische Geisha-Viertel, entführt Besucher in vergangene Zeiten. Mit etwas Glück kann man dort in der Dämmerung eine echte Maiko (Lehr-Geisha) auf dem Weg zu einem Termin sehen.

Kyoto ist auch ein Ort, an dem man Japans Zen-Kultur hautnah erleben kann. Viele Tempel wie der Ryoan-ji bieten klassische Steingärten, die zur Meditation einladen. Für eine authentische Erfahrung lohnt es sich, an einer Teezeremonie teilzunehmen – ein Ritual, das Achtsamkeit und Schönheit im Einfachen lehrt.

Besonders im Frühling, wenn die Kirschblüten erstrahlen, oder im Herbst, wenn die Ahornbäume in Flammenfarben leuchten, entfaltet Kyoto seine ganze Magie. Wer einmal auf dem Philosophenweg spaziert ist, während die Blüten herabfallen, versteht, warum so viele Reisende von Kyoto schwärmen.

Osaka – Japans Spaß- und Genussmetropole

Nur rund eine halbe Stunde mit dem Zug von Kyoto entfernt liegt Osaka, eine Stadt, die für ihre offene, herzliche Atmosphäre bekannt ist. Wenn Kyoto für Ruhe und Tradition steht, dann ist Osaka für Energie, Humor und gutes Essen berühmt.

Das Stadtviertel Dōtonbori ist der Inbegriff des Osakaner Lebensgefühls: grelle Neonlichter, schrille Reklamen, und der Duft von gegrilltem Streetfood in der Luft. Hier sollte man unbedingt zwei lokale Spezialitäten probieren: Takoyaki (gebackene Teigbällchen mit Oktopusfüllung) und Okonomiyaki, eine herzhafte Pfannkuchenart, die individuell belegt wird.

Neben der Gastronomie bietet Osaka auch kulturelle Highlights. Die Osaka-Burg (Ōsaka-jō) ist eines der wichtigsten historischen Wahrzeichen der Stadt. Von der Aussichtsplattform ihres Turms hat man einen herrlichen Blick über die Skyline. In der Umgebung lädt der weitläufige Osaka Castle Park zu Spaziergängen ein – besonders schön während der Kirschblüte.

Für Technik- und Wissenschaftsinteressierte ist das Osaka Aquarium Kaiyukan, eines der größten der Welt, ein lohnenswertes Ziel. Familien und Freizeitliebhaber zieht es hingegen in die Universal Studios Japan, wo Filmfans spektakuläre Attraktionen und Shows erwarten.

Doch Osakas größter Schatz ist vielleicht seine Bevölkerung. Die Einheimischen gelten als humorvoll, direkt und lebenslustig – ein wohltuender Kontrast zur oft zurückhaltenden Art anderer Regionen. Wer sich auf Gespräche mit Ladenbesitzern oder Straßenverkäufern einlässt, erlebt authentische Gastfreundschaft.

Am Abend lohnt sich ein Abstecher in das Shinsekai-Viertel, wo die Retro-Atmosphäre vergangener Jahrzehnte lebendig geblieben ist. Bei einem kalten Bier und einem Teller Kushikatsu (frittierte Spieße) kann man das bunte Treiben in vollen Zügen genießen.

Fazit – Drei Städte, ein Land voller Facetten

Die Goldene Route ist der perfekte Einstieg in das facettenreiche Japan. Tokio begeistert mit seiner futuristischen Energie, Kyoto verzaubert mit Geschichte und Spiritualität, und Osaka sorgt für Lebensfreude und kulinarische Genüsse. Zusammen bilden sie ein Dreieck, das Reisenden das Beste aus Japans Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zeigt.

Ob man eine Woche oder drei verbringt – jede dieser Städte erzählt eine andere Geschichte, und gemeinsam lassen sie verstehen, warum Japan so viele Herzen erobert. Wer von Europa anreist, sollte wissen: Ein Flug von Wien nach Tokio dauert etwas über 12 Stunden, doch die lange Reise lohnt sich für die unvergesslichen Eindrücke, die einen erwarten.

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