Caro lehnt sich aus einem Auto und zeigt das Peace-Zeichen mit den Fingern.

„Tätärä“: Singer-Songwriterin Caro Fux im Interview

Gold, Glück & (Bauch-)Gefühl

3 Min.

© Nicole Seiser

Gold für „Aff im Kopf“, ein Amadeus im Schlafzimmer und nun die neue EP „Tätärä“: Caro Fux ist
endgültig im Austropop angekommen. Im Gespräch erzählt die Steirerin, warum sie heute stärker auf ihr Bauchgefühl hört und weshalb ein wenig Unvernunft manchmal genau richtig ist.

Caro, bei dir ist in kurzer Zeit sehr viel passiert. Kannst du das selbst schon einordnen?
Caro Fux: Nicht wirklich. Vielleicht habe ich mir so etwas irgendwann erträumt, aber dass es so schnell geht, hätte ich nie erwartet. In der Musik kann man vieles nicht planen. Du schreibst Songs, an die du glaubst, aber ob sie draußen etwas auslösen, weißt du nicht. „Aff im Kopf“ war für mich die Zündung.

Hat dieser Erfolg auch Druck erzeugt?
Mehr, als ich anfangs dachte. Bei einer Songwriting-Session habe ich gemerkt, dass plötzlich keine Idee mehr gut genug war. Ich habe alles mit „Aff im Kopf“ verglichen. Das war ein wichtiger Moment. Heute versuche ich, wieder bei mir zu bleiben. Man kann nur Musik machen, hinter der man selbst steht. Ein Hit lässt sich nicht erzwingen.

Deine neue Single „Tätärä“ klingt wie eine Einladung, Perfektion einmal Perfektion sein zu lassen.
Genau. Ich finde es befreiend, manchmal aus der Reihe zu tanzen und nicht jede Regel einzuhalten. „Tätärä“ erzählt davon – mit einem Augen­zwinkern. Diesen Schalk im Nacken zu haben und ihn auch auszuleben, macht das Leben einfach schöner. Ein bissl mehr Tätärä tät uns allen gut.
Du sprichst oft davon, den eigenen Weg zu ­gehen. Fällt dir das heute leichter?
Ja. Ich höre viel stärker auf mein Bauchgefühl als früher. Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, nehme ich das heute ernst. Und ich sage schneller, was ich möchte und was nicht. Dieser Weg hat mich selbstbewusster gemacht.

Die neue Single & EP „TÄTÄRÄ“ von Caro Fux.
Die neue Single & EP „TÄTÄRÄ“ von Caro Fux. © beigestellt

Viele kennen auch deine Geschichte. Du hast nach einem Burn-out im Jahr 2020 deinen Lehrer­job an den Nagel gehängt und eine Musikkarriere eingeschlagen. Berührt dich, dass Menschen darin Mut finden?
Sehr. Ich bekomme oft Nachrichten von Menschen, die sagen, dass ihnen meine Musik Hoffnung gibt oder mein Weg sie inspiriert. Viele wissen, dass ich mein damaliges Leben komplett verändert habe. Wenn jemand daraus für sich etwas mitnimmt, bedeutet mir das viel.

Was hält dich bei all dem Erfolg geerdet?
Das Landleben wahrscheinlich ganz automatisch. Meine Eltern haben einen Bauernhof in der Steiermark, dort sind Wald, Wiesen und Tiere rundherum. Dazu mein Hund, Freunde und Familie. Ich versuche, mein Leben neben der Musik möglichst so weiterzuführen wie vorher. Eigentlich hat sich mein Alltag gar nicht so sehr verändert. Es sind nur deutlich mehr Termine geworden.

Im Oktober startet deine erste eigene Tour. Wie fühlt sich das an?
Extrem aufregend. Einen erfolgreichen Song zu haben heißt ja noch lange nicht, dass Menschen Tickets kaufen. Umso schöner ist es, dass viele Shows bereits ausverkauft sind. Wir spielen mit Band und auch Songs, die noch gar nicht veröffentlicht sind. Ich bin sehr gespannt.

Und der Amadeus steht tatsächlich im Schlafzimmer?
Ja, auf einer Kommode. Wenn ich aufwache, sehe ich ihn gleich. Das ist einfach gleich ein schönes Gefühl, mit dem ich in den Tag starten kann.

Zur Person:

Caro Fux ist Singer-Songwriterin aus der Steiermark. Sie verbindet steirischen Dialekt mit zeitgemäßem Sound. Mit ihrer Single „Aff im Kopf“ landete sie in den Top 3 der VIRAL 50 Spotify Österreich und in den Austria Top 40. Ebenso gewann sie den Amadeus Music Award in der Kategorie Songwriterin des Jahres und landete mit der Single im März auf Platz 1 der Austrian ­Artist Single Charts.

www.carofux.at

Das könnte dich auch interessieren:

Abo

Immer TOP informiert: Mit dem Print-Abo der STEIRERIN – ob als Geschenk, oder für dich selbst!

×