Alpenzoo Innsbruck Fragen an eine Tierpflegerin

6 Fragen an eine Tierpflegerin

Monat für Monat richten wir das Scheinwerferlicht auf Menschen, deren Tätigkeiten außerhalb des Gewöhnlichen liegen

3 Min.

© Pixabay/Alexas Fotos

Nadine Eberharter wusste schon als Kind, dass sie einmal mit Tieren arbeiten möchte. Heute kümmert sie sich als Tierpflegerin im Alpenzoo Innsbruck um Gänsegeier, Waldrappen und andere heimische Wildtiere.

Warum wurden Sie Tierpflegerin?

Die Liebe zu Tieren war immer da. Als Kind war ich oft im Alpenzoo und war mir schon damals sicher: Das möchte ich später machen. Über eine Lehrstelle im Tierheim bin ich in den Beruf eingestiegen und habe dort fast acht Jahre gearbeitet. Vor zwei Jahren führte mich mein Weg in den Alpenzoo.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Viele denken, dass wir Tiere füttern und Gehege reinigen. Das gehört dazu, aber der Beruf ist deutlich vielseitiger. Wir müssen genau wissen, welches Futter die Tiere benötigen, und sammeln im Alpenzoo sogar natürliche Futtermittel selbst – von Ästen für die Raufußhühner bis zu Kräutern für die Schneehasen. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist außerdem die Beobachtung der Tiere: Verhalten sie sich normal, sind sie gesund und stimmt die Dynamik innerhalb der Gruppe? Darüber hinaus versorgen wir kleinere Verletzungen, verabreichen Medikamente und ziehen immer wieder Jungtiere von Hand auf, von Zootieren bis hin zu verwaisten oder verletzten Wildtieren.

Welche Eigenschaften braucht man für Ihren Beruf?

Die Liebe zu Tieren ist natürlich wichtig, aber sie reicht nicht aus. Mindestens genauso entscheidend sind Verantwortungsbewusstsein, Verlässlichkeit und Aufmerksamkeit. Schließlich tragen wir jeden Tag Verantwortung für Lebewesen und dafür, dass es ihnen gut geht. Und: Der Beruf ist definitiv körperlich fordernd. Man schiebt Schubkarren, reinigt Gehege und ist den ganzen Tag auf den Beinen. Meine Fitnessuhr zeigt am Ende eines Arbeitstages zwischen 15.000 und 30.000 Schritte an. Jeder Tag ist anders, deshalb schwankt auch die Bewegungsmenge. Klar ist aber: Ohne eine gewisse Grundfitness geht es nicht.

Gibt es ein bestimmtes Tier, das Sie besonders mögen?

Ein einzelnes Lieblingstier habe ich nicht. Es gibt aber Arten, die mir besonders ans Herz gewachsen sind, vor allem die Gänsegeier und die Birkhühner. Manche Tiere begleitet man über längere Zeit und entwickelt dadurch einfach eine besondere Verbindung zu ihnen.

Was ist besonders schön an Ihrem Job?

Besonders berührend sind jene Momente, in denen wir verletzte oder verwaiste Tiere erfolgreich aufziehen und später wieder in die Natur entlassen können. Wenn man ein Tier über Wochen oder Monate begleitet und sieht, dass es wieder selbstständig leben kann, ist das etwas ganz Besonderes. An der Arbeit mit heimischen Wildtieren fasziniert mich, dass man nie auslernt. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter und überrascht immer wieder. Gleichzeitig ist es schön zu wissen, dass wir mit unserer Arbeit zum Schutz heimischer Wildtiere beitragen können.

Fällt es schwer, nicht jedes süße Tierbaby mit nach Hause zu nehmen?

Wir verbringen so viel Zeit mit ihnen und kümmern uns täglich um sie. Sie sind ja fast wie ein eigenes Haustier – nur halt mit zuckersüßen Zootieren. Natürlich wachsen einem die Tiere ans Herz, aber ich weiß, dass sie hier am richtigen Platz sind.












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