Helene Fischer

Helene Fischer: “Ich würde gar nicht denken, dass ich so ein Feuer entfachen kann”

Better. Faster. Stronger.

5 Min.

© Semi Djebbi

Beeindruckend: Helene Fischer steht seit 20 Jahren auf der Bühne und zelebriert dieses Jubiläum prompt mit einer 360°-Tour diesen Sommer, im Juli gastiert sie im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Doch die Sängerin hat heuer noch mehr zu feiern: Neben dem Bühnencome back nach der Geburt ihrer zweiten Tochter kündigte Barbie-Hersteller Mattel am Weltfrauentag eine eigene Helene-Fischer-Barbie als Teil des sogenannten Dream Teams an, zu dem auch Tennisstar Serena Williams oder Forschungsastronautin Kellie Gerardi gehören. Im Dezember verkündete zudem die Luxusmarke Mugler die 41-Jährige als neues Markengesicht, zuletzt präsentierte sie das neue Parfüm „Alien Pulp“. Im Interview sprach die Sängerin über Selbstwert, Authentizität und weibliche Stärke – und was das mit einem Duft als “letztem Sternstaub” zu tun hat.

Helene Fischer im Interview

Was bedeutet es Ihnen, Botschafterin für Mugler zu sein?

Helene Fischer: Ich fühle mich total geehrt, dass man mich für den Duft „Alien“ als Markenbotschafterin ausgewählt hat und dass ich diesen Duft auch im Zusammenspiel mit den Looks transportieren darf. Darüber musste ich nicht lange nachdenken, weil ich es sehr passend finde.

Wann fühlen Sie sich stark?

Ich fühle mich immer am stärksten oder auch am schönsten, wenn ich bei mir und in Balance bin. Es ist nichts, was ich von außen bekomme, und es ist keine Perfektion, sondern eher meine innere Haltung und mein Gleichgewicht, das ich gerade im Moment habe. Letztendlich ist es eine Mischung aus Selbstvertrauen und dem Hören auf die innere Stimme, weil diese einem schon sagt, was richtig ist. Wenn man lernt, darauf zu vertrauen, wird man immer stärker.

Gab es auch Momente, in denen Sie diese Stärke nicht hatten?

Na klar, ich bin ja auch nur ein Mensch. (grinst) Letztendlich war das immer dann der Fall, wenn ich nicht auf mein Bauchgefühl gehört habe und mich von anderen habe beeinflussen lassen. Ich bin sehr stolz und glücklich darüber, dass ich trotzdem immer den Weg zurückgefunden habe, auch wenn es manchmal länger gedauert hat.

Wie hat sich Ihr Verständnis von weiblicher Stärke in den letzten Jahren verändert?

Da hat sich einiges geändert. Ich bin umgeben von tollen, starken Frauen, die mich inspirieren und motivieren. Ich bin mir bewusst, dass ich nicht nur für meine Töchter, sondern auch für viele junge Frauen ein Vorbild bin. Diese Verantwortung nehme ich ernst. Was sich jedoch verändert hat, ist, dass ich gelassener damit geworden bin, weil ich mir selbst mehr und mehr vertraue und alles nicht mehr so wichtig sehe.

Auf Ihrer 360-Grad-Tour 2026 sind Sie buchstäblich von Fans umgeben. Gibt es Rituale, vielleicht auch einen bestimmten Duft, die Ihnen helfen sich vor einem Auftritt zu sammeln?

Unmittelbar vor dem Konzert ist es recht ruhig bei mir. Ich versuche, mir kurz vorher einen kleinen Moment zu gönnen, um ein bisschen runterzukommen. In den Stunden davor passiert viel: Wir machen Soundcheck, dann gehe ich ins Make-up, wir trainieren oft sogar zusammen und machen uns warm. Da ist alles sehr intensiv, und ich spüre die ganze Energie der Tänzer und Musiker. Deswegen brauche ich immer noch einen kleinen Moment für mich, und tatsächlich kommt da auch immer ein Duft zum Einsatz. Das ist wie der letzte Sternstaub, den ich mir aufsprühe, und dann geht es raus ins Scheinwerferlicht.

Mugler Alien Pulp wird von einer hand gehalten
Himbeer-Akkord. Helene Fischer ist das neue Gesicht von Muglers „Alien Pulp“. EdP, 60ml um € 110,- © Mugler

Kürzlich wurde eine eigene Helene-Fischer-Barbie präsentiert. Was bedeutet Ihnen das?

Ich fühle mich wahnsinnig geehrt, dass man mich als diese Ikone wahrnimmt. Nicht nur für viele andere junge Frauen und Mädchen, sondern ich hinterlasse da etwas für meine Töchter, das einfach einzigartig ist. Ich finde, es hat sich schon lange durch Social Media vieles verändert, und die Fans werden jünger. Ich bin ein bisschen stolz, dass ich alle Altersgruppen anspreche und dass ich alle bei meinen Konzerten vereine. Mein Publikum ist kunterbunt.

Kommt die private Helene auf die Bühne, oder muss man in gewisser Weise einen Schalter umlegen, um diese Professionalität jedes Mal wieder an den Tag zu legen?

Definitiv ist es beides. Ich bin natürlich kein zwiegespaltener Mensch, aber es gibt trotzdem diese zwei Seiten in mir. Privat bin ich die leisere und stille Helene, und ich genieße die Ruhe. Manchmal würde ich gar nicht denken, dass ich so ein Feuer entfachen kann. Die Bühnen-Helene lebt von den großen In
szenierungen, und ich darf mich da hineinfallen lassen. Es ist schon verrückt, was ich da spüren und zurückgeben darf.

Ob Kinderlieder, andere Sprachen oder neue Stilrichtungen: Sie gehen immer wieder überraschende Wege. Was inspiriert Sie dabei?

Es sind die vielen kleinen Momente im Leben. Ich habe das Gefühl, dass mir sehr viele inspirierende Geschichten präsentiert werden, die ich dann aufgreifen kann. Ich schreibe alles auf und habe so tolle Begegnungen oder Gespräche mit Menschen, die mich inspirieren. Ich hatte eigentlich vor, ein paar neue eigene Songs auf Tour mitzunehmen und den Anspruch, mich selbst hinzusetzen und zu schreiben, aber aktuell bekomme ich tolle und außergewöhnliche Songs angeboten. Es gibt viele talentierte Menschen, die mir auf den Leib geschneiderte Songs vorschlagen, die ich für mich weiterentwickeln kann und meinen eigenen Schliff dann im Studio ergänze. Das ist sehr wertvoll.

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